Aktiv gegen Missbrauch

Gemeinsam Sport zu treiben und Fußball zu spielen ist mit sexuellen Übergriffen nicht vereinbar. Wir im Fußball respektieren die Grenzen des Einzelnen und das Recht auf Selbstbestimmung. Selbstverständlich achten wir die Gesetze. Und doch kommt es auch in Sportvereinen zu sexuell motivierten Übergriffen. Unsere Vereine sind in der Gesellschaft verankert. Sie sind Teil der Gesellschaft. Zu glauben, sie wären frei von allen gesellschaftlichen Problemen, wäre naiv!

„Wenn wir zu diesem Thema etwas machen, glaubt jeder, wir hätten da ein Problem“. So oder so ähnlich denken viele Vereine, wenn es um die Frage geht, sich im Fußball gemeinsam wehrhaft gegen sexuelle Übergriffe insbesondere solcher gegen Kinder aufzustellen. Wir verhindern pädosexuelle Vorkommnisse aber nicht, indem wir uns dem Thema nicht stellen. Aus Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen und aus Verantwortung gegenüber dem Verein selber ist es unbedingt wichtig, sich offen mit diesem Thema auseinander zu setzen.

Wir von Blau-Weiß Hand, der sich mit dem Thema Kinderschutz befasst, bringt hiermit nicht zum Ausdruck, selber betroffen zu sein! Wir bringen zum Ausdruck, unsere Verantwortung ernst zu nehmen. Prävention ist eine Chance!

Erweitertes Führungszeugnis

Mit dem am 01.05.2010 in Kraft getretenen 5. Gesetz zur Änderung des Bundeszentralregistergesetzes vom 16.07.2009 ist in §§ 30 a, 31 Bundeszentralregistergesetz (BZRG) das „erweiterte Führungszeugnis“ eingeführt worden. Mit dem erweiterten Führungszeugnis wird Auskunft über Personen erteilt, die beruflich, ehrenamtlich oder in sonstiger Weise kinder- oder jugendnah tätig sind oder tätig werden sollen.

Im erweiterten Führungszeugnis werden – anders als im normalen Führungszeugnis – auch Verurteilungen, durch die auf Geldstrafe von nicht mehr als 90 Tagessätzen bzw. Freiheitsstrafe oder Strafarrest von nicht mehr als drei Monaten erkannt worden ist, erfasst, sofern es sich um Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nach §§ 174, ff. StGB handelt. Damit gibt das erweiterte Führungszeugnis Auskunft über die Frage, ob derjenige, der es vorlegt, bis zum Tag der Erstellung des erweiterten Führungszeugnisses bereits rechtskräftig wegen entsprechender Delikte verurteilt worden ist.

Wir von Blau-Weiß Hand verlangen von jedem Übungsleiter das erweiterte Führungszeugnis.

Eine gesetzliche Verpflichtung hierzu trifft den Verein aktuell nicht. Allerdings ist das erweiterte Führungszeugnis selbstverständlich hilfreich, wenn es darum geht, bereits einschlägig Vorbestrafte zu erkennen und von der Arbeit mit den Kindern abzuhalten. Bedenken Sie: In der Regel sind einschlägig vorbestrafte Täter krank im medizinischen Sinne. Ein Rückfall ist niemals auszuschließen. Dem Kinderschutz sollte daher stets die Priorität vor dem Gedanken der Resozialisierung von Tätern eingeräumt werden!

Die Artikel vom FVM und weitere Informationen bei AKTIV GEGEN MISSBRAUCH